21
Dez 09

Die digitale Eifersucht und ihre Folgen

Die Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. (Franz Grillparzer (1791-1872)

Das bezieht sich jetzt auch auf die digitale Welt. Heute ist es normal eine neue Bekanntschaft zu googlen oder in Social Networks zu suchen.

Ich kam auf diesen Blogeintrag, als ich letztens mit einer Freundin sprach. Sie mir erzählte, dass Ihr Freund, der wirklich nett, aber auch eifersüchtig ist, es geschafft hat, meiner Freundin einzureden, ihr Facebook Profil zu löschen. Sie hat es dann auch tatsächlich gemacht, weil, er bei diesen Nachrichten in den Social Networks vor Eifersucht platze. Sie meinte, dass bei Ihrem Freund die Fantasie durchgedreht sei. Nun versucht er wohl Ihr Xing.com auszureden. Xing ist nach seiner Meinung die schlimmste Flirtplattform überhaupt. Es ist schon richtig, dass man dort viele Flirtangebote bekommt, aber ich finde der Freund übertreibt jetzt vollkommen.

Nach dieser Story habe ich mich dann entschieden zu recherieren, sprach mit Experten und fand interessante Informationen im Netz: Zum Beispiel hat eine Frau mit einem gefälschten Profil bei StudiVZ ihrem Ex-Freund die neue Beziehung ausgeredet. Mit einem Scheinprofil kontaktierte sie die neue Partnerin ihres Ex-Freundes und erschlich sich mit diversen Mails und Nachrichten ihr Vertrauen und gelangte so an Informationen, die sie nun gegen die neue Freundin einsetzte. Der Schwindel flog aber auf, und so legte die eifersüchtige Ex-Freundin schließlich ein Geständnis ab. Wegen Schwarzsurfen, Stalking und falscher Verdächtigung muss die Frau nun voraussichtlich NUR 600 Euro Geldstrafe zahlen.


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Bildquelle:

Konstantin Gastmann

Eine Studie aus Kanada, die von den Psychologen Amy Muise, Emily Christofides und Serge Desmarais im Fachjournal CyberPsychology & Behaviour veröffentlicht wurde, erklärt, dass Personen, die in Beziehungen zu Eifersucht neigen, die übermäßige Nutzung von Facebook eher vermeiden sollten. (Studie zu Eifersucht und Facebook)

Mithilfe eines Online-Fragebogens wurden insgesamt 308 Studenten, darunter 75 Prozent Frauen, auf ihr Nutzungsverhalten bei Facebook und das ihres Partners untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen erhöhter Nutzung von Facebook und der Entstehung von Eifersucht und ihren Folgen offenbar eine wechselseitige Relation besteht.

Soziale Netzwerke wie Facebook, MySpace, Bebo, Friendster, wer kennt wen oder StudiVZ bieten schier unbegrenzte Möglichkeiten, Kontakte zu pflegen und zu knüpfen. Eifersucht entsteht z.B. dann, wenn auf der Freundesliste des Partners unbekannte Personen oder vergangene Liebschaften auftauchen. Durch die offene Struktur der Social-Networking-Site könnten zudem viele Informationen, wie etwa Kommentare auf der Pinnwand des Partners, falsch interpretiert werden und in der Folge zu eifersüchtigem Verhalten führen. Ein befragter Student äußert sich folgendermaßen dazu: “Ich habe genug Vertrauen in sie (seine Partnerin), um zu wissen, dass sie mir treu ist. Trotzdem fange ich an zu grübeln, wenn jemand etwas auf ihre Pinnwand schreibt. Das kann dazu beitragen, dass man das Gefühl entwickelt, seinen Partnern nicht wirklich zu kennen.” Das stimmt, denn bei Facebook wird dafür gesorgt, dass man Dinge erfährt, die man eigentlich gar nicht wissen will. Im Detail heißt dies, dass solche Spionagen in die Trennung oder zumindest in Grundsatzdikussionen und Streitereien führen aber auch, dass eine erhöhte Eifersucht zu vermehrter Überwachung des Profils des Partners verlocke. Ich persönlich kann mir das kaum vorstellen. Aber es muss schrecklich sein immer wieder auf den Reload Button zu drücken.

Durch die verstärkte Auseinandersetzung mit dem Facebook-Auftritt des Partners wird man freilich immer mehr ärgerlichen oder gar verletzenden Informationen ausgesetzt. Manche würden in der Folge sogar einen Zwang zur Kontrolle der Online-Aktivitäten ihres Partners entwickeln, schreiben die Autoren. Etwas überraschend kommt jedoch die Erkenntnis, dass jene, die sich häufig eifersuchtsauslösenden Informationen aussetzen, selbst sehr vieles über sich auf dem Netzwerk bekannt geben. Somit entsteht ein praktisch endloser “Eifersuchts-Teufelskreis”, der sich auch auf andere Lebensbereiche abseits des Internets ausweiten kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Sociale Netzwerke es ermöglichen, einfacher mit Menschen in Verbindung zu treten. Es sind also sozusagen optimale Flirtplattform.

Wenn wir ganz ehrlich sind, wissen wir das auch alle!


“Was aber tut man gegen die digitale Eifersucht?” Diese Frage habe ich meinen Freundinen gestellt und folgende antworten erhalten.

a) Mit dem Partner sprechen. Eine Beziehung kann nur überleben und funktionieren, wenn man miteinander spricht. Sprechen sie ihre EIfersucht an und überlegen sie sich zusammen einen Plan, wie man damit umgeht.

b) Ablegen der Fixierung auf den Partner. Eine Beziehung muss Luft haben. Einengen bringt nur Ärger und Trübsal in eine Beziehung.

c) Eifersucht ist der Versuch, den Partner zu kontrollieren.  Werden Sie sich klar, dass wenn man einen Partner kontrolliert, so ist man dabei die Beziehung zu verlieren.

d) Vertrauen ist eine emotionale “Anlageform”, die sehr hoch “verzinst” werden kann. - Wenn man sich traut.

e) Den Freund oder die Freundin aus der Freundesliste löschen. Dann bekommt man auch weniger Statusnachrichten mit.

f) Auf den Social Network Profilen nicht öffentlich flirten, sondern wenn überhaupt nur über private Nachrichten.

g) Für tatsächliche Verabredungen den Chat benutzen, nicht das Wall-to-Wall-Gespräch.  Wobei fremd gehen ist wirklich nicht zu empfehlen. Dann sollte man lieber erst mal mit dem Freund/in Schluss machen.

h) Auf keinen Fall mehr den Exfreunde und -freundinnen folgen, wenn man noch Gefühle für einen hat.

i) Am besten weniger Zeit auf den Social Networks verbringen. Auch wenn es schwer fällt ist doch der echte Freund oder die echte Freundin im echten Leben am schönsten. :)

Jetzt würde mich natürlich auch eure Erfahrungen interessieren.


17
Dez 09

Twitter-Charts & Twitter-Listen

Kurzer Gedankengang:

Man kann seine Gedanken, Links, Empfehlungen, Nachrichten kurz in Twitter packen und hoffen, dass diese jemandem weiterhilft. Aber eine Kommunikation, eine Interaktion mit anderen ist nicht unbedingt das, was Twitter ausmacht, denn für mich ist Twitter immer noch ein Informations- und Unterhaltungsmedium. Twitter ist eine Bereicherung in der Kommunikation mit den Followern, die nicht nur Fans sein müssen, denn auch Journalisten der Boulevard-Presse bedienen sich aus dieser Quelle. Das sieht man daran, dass Stars und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gerade dabei sind, die “Twitter-Charts” aufzumischen. http://wefollow.com/top. Ist jemand schon aufgefallen, dass die Top 100 Charts fast nur Stars sind?

Eine weitere gute Quelle sind nun die Listen die man sich bei Twitter erstellen kann. Gut ist, dass man nun sehr zielgerichtet nach guten Schreibern suchen kann. Was mir auffällt ist, dass ich selbst vielen nicht mehr folge möchte, sondern sie in Listen rein setze. Damit verändere ich mein gewohntes Twitter-Verhalten. Interessant.


17
Dez 09

Hamburger Abendblatt - Die Stimmen der Leser

Kurz vor Weihnachten wurde beim Hamburger Abendblatt das Angebot für lokale und regionale Berichte kostenpflichtig gemacht. Diese spontane Aktion verärgert zurecht die meist treuen Leser. Es ist traurig zu sehen, dass die Journalisten des Verlages in den Kommentaren gerade eine Ohrfeige bekommen, das ist sehr ungerecht, weil nicht sie diese Ohrfeige verdienen. Soweit ich das im Netz lesen kann, hat die Verlagsleitung die Mitarbeiter des Abendblatts über diese Änderung nicht aufgeklärt.

Die Aktion zeigt, dass hier Entscheidungen getroffen wurden, ohne den Markt wirklich zu verstehen. 8 Euro Monatsgebühr sind in meinen Augen vollkommen überzogen.

Die zentrale Frage die man sich nun stellen muss: Was passiert, wenn das Konzept nicht aufgeht? Wie rudert dann das Abendblatt zurück? Kann es denn ein Zurück geben? Oder schießen sich die Verlage nach und nach ins Off?

Ich habe mir die Mühe gemacht und ca. 20 Komentare rausgesucht, die die Gefühlslage der Leser beschreiben. Zum Zeitpunkt meiner Recherche gab es 485 Kommentare.

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Weitere Artikel zum Thema:

Springer-Chef schimpft auf “Web-Kommunisten” Von Christian Stöcker

Alpha-Journalist auf Aggro: der Fall Stefan N. von Georg Altrogge

Aussichtslos, Selbstmoerderisch & Unverschämt von Stefan Niggemeier

Abendblatt.de: Die Paid-Content-Schranke hat eine Google-Hintertür von Robin Meyer-Lucht

Google und der Journalismus öffnet seine Toren

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Los gehts:

Da wurde der Knopf zu früh gedrückt meint:

Liebe Macher des HA, nicht immer sind geschenkte Gäule schlecht. In Zeiten von web 2.0, nicht 3.0!, sollten News und Bilder frei erhältlich sein. Gerade das HA hat nun eine große Chance verpasst, es richtig zu machen. Anstatt mit einer kleinen Apps anzufangen (die Vorlage liegt bei ASV), wird hier mit einer Keule geschwungen, die Sie selber nicht heben können. Querbeet soll bezahlt werden, nicht effektiv selektiert. Und dass ein solches “Angeboot” wie Kai aus der Kiste kommt, ist auch strategisch wenig sinnvoll. Den Businessplan möchte ich liebend gerne mal lesen! Die Art und Weise ist recht unprofessionell und für Springer untypisch. War da vielleicht ein Entscheider, der sich mit seiner “Idee” einfach durchsetzen wollte!?!?! Wie auch immer: Sie werden das “Angebot” wieder ändern. Dieas aufgrund der geschwundenen Abos, der Wettbewerber und der Kunden, die sich über schlechte Userdaten beschweren. Warum machen Sie es sich so schwer, wenn es auch einfach gehen kann?  Erfolg möchte ich Ihnen nicht wünschen, sondern ausreichend Erfahrung für eine nächste RICHTIGE Entscheidung im Web. Frohes Fest

Peter Noschalky meint:

Der marktwirtschaftliche Wert der journalistischen Arbeit begründet sich nicht darin dass sie Geld kostet, sondern sie muss darin gründen dass Menschen ein Interesse an dem Produkt Journalismus haben und deswegen bereit sind dafür etwas zu zahlen. Diese Vorraussetzung ist aber (höchstwahrscheinlich) derzeit nicht gegeben und falls doch, dann nicht so wie es dem Abendblatt hier vorschwebt. Wenn man sich mal anschaut wer im Internet Erfolg hat (google, ebay, amazon, facebook etc) dann ist da keiner bei der Geld mit einer Leistung verdient die man sonst überall umsonst bekommt.

A. Bend Blatt meint:

Grundsätzlich ist es richtig, für guten Journalismus eine Gegenleistung zu verlangen. Doch fraglich ist, ob die EInnahmen tatsächlich den Online Redakteuren zugute kommen!?

Cewec Cewec meint:

pennt nicht und heult später rum sondern entwickelt attraktive geschäftsmodelle. … warum hab ihr im internet jahrelang gepennt?

Roland Hachmann meint:

Dass das Abendblatt Geld verdienen muss um guten Journalismus bezahlen zu können, ist klar. Aber dann sollten die folgenden Punkte gewährleistet sein:

1) keine Werbung im kostenpflichtigen Bereich!

2) Wirklich selbst recherchierte und geschriebene Berichte (keine umformulierten Agenturnachrichten)

3) Fokus auf exklusive lokale Nachrichten (denn die anderen Nachrichten gibt es noch kostenlos, dafür zahlt keiner!)

Falls das nicht klappt, dann ist das neue Vorgehen vom Abendblatt nicht nur dreist, sondern das Abendblatt als Website auch überflüssig.

Rosemarie Mann meint:

… und warum noch ein, zwei Tage vorher die nette Umfrage, die auch die Frage beinhaltete: Würden Sie für das abendblatt.online Geld bezahlen? Ich habe “nein” angeklickt. War ich die einzige?

Fred Meier meint:

Ich möchte wissen, wer da den Verlag beraten hat. Die Leser, die jetzt alle abwandern, bekommt ihr nie wieder zurück. Dadurch werden Firmen für Werbung noch weniger zahlen, wenn ihr merkt, dass euer Konzept nicht aufgeht und ihr wieder umschwenken wollt. Der Berater ist auf jeden Fall sein Geld nicht wert. An dem könnt ihr schon mal sparen. Vielleicht reicht es dann für ein paar mehr freie Artikel. Und Tschüß

Daniel P. meint:

Von welchem “Nulltarif” sprechen wir hier? Wenn ich diesen Null mit den Mediadaten von abendblatt.de vergleiche erkenne ich hier keinen “nulltarif”. Nur eine sehr sehr verstaubte Ansichtsweise eines Mediums. Wenn ich mir dann noch überlege wieviele User pro Minute von Seiten wie google-news auf abendblatt.de gelenkt werden und diese dort diese Mediadaten rechtfertigen, dann erkenne ich noch weniger den nulltarif. Ich vermute ihr Springerjungs glaubt einfach nach der Bild iPhone app nun auch hier einen riesen Reibach zu machen, als dass es hier wirklich um den “guten Journalismus” geht. Wie auch immer. Eventuell sollte Springer diesen Schritt noch einmal überdenken, oder sich bei den aktuell hohen Klickzahlen umhören, ob jemand die Domain kaufen will… Diese Klickzahlen werden nicht mehr lange so hoch sein. Ausserdem sollte eventuel darüber nachgedacht werden, ob man mit so einem Text nicht eher die treuen Leser angreift. Es hat  schließlich niemand das Abendblatt gezwungen diese Seite wie bisher zu betreiben. Da ist ein solcher Tonfall alles andere als angebracht.

Achim Idler meint:

Der Axel Springer Verlag stößt in das selbe Horn wie der gute Rupert Murdoch in dessen von altersbedingter Senilität deutlich geprägter Gedankewelt die Idee von Onlinemedien für die man doppelt abkassieren kann entstanden ist. Allerdings:

1. Sind die Schlussfolgerungen des Artikels schlicht falsch und die herangezogenen Rechtfertigungen haarsträubend.

2. Sehe ich auf der Seite des Abendblattes noch immer Werbung und die ist bei einem Bezahlangebot wohl absolut unangebracht.

3. Ist der Axel Springer Verlag als Herausgeber der Bild Zeitung schlicht kein Unternehmen das im Sinne des Erhaltes einer unabhängigen Presse geschützt werden müsste.

Dieses Vorhaben ist zum zum Glück zu scheitern verurteilt und wenn dann gleichzeitig noch der Axel Springer Verlag und die Bild Zeitung untergehen würden dann wäre das fast schon wie Weihnachten und in diesem Sinne wünsche ich uns allen auch schon mal ein schönes selbiges.

Mia Jagow meint:

Meist rufe ich die Nachrichten über Google auf und verschaffe mir so einen ersten Überblick. Unter den meisten Schlagzeilen sehe ich eine zwei- bis dreistellige Anzahl von Artikeln zu dem Thema ….. Meist suche ich mir nur einen Artikel aus aber manchmal mache ich mir den Spaß und lese Artikel zum selben Thema. große Unterschiede kann ich da nicht feststellen. Ist das der Qualitätsjournalismus von dem hier die Rede ist? oder etwa weit ausgewalzte öde Statistiken, höchste Mieten, beste Weihnachtsmärkte und so weiter? Da schlaf ich ja in meiner Mittagspause ein. … Da les ich dann lieber blogs ausländische Zeitungen .. und warte wie sich der Informationsmarkt entwickelt. Es gibt nämlich vielleicht auch noch ganz neue Konzept Geld zu verdienen als zurück zu alten Papierzeiten zu gehen, zu den Zeiten habe ich das Abendblatt sowieso nie in der Hand gehabt.

Alexander Ebner meint:

Nach diesem Text fühlt man sich fast schuldig, dass man die umsonst verfügbar gemachten Texte gelesen hat. Alternativlos? Nun ja, aber soweit an den Kundenwünschen vorbei? Warum soll ich ein Abo bezahlen, wenn ich nur einen bestimmten Artikel lesen will? Ich kann in gewisser weise nachvollziehen, dass der Verlag mit dem Angebot Geld verdienen will. Aber so? Das Abo- und Zeitschriftenmodell lässt sich eben nicht einfach auf das Web umlegen. Von daher: Viel Glück - ihr werdet es mehr als brauchen.

Ehemaliger Leser meint:

Ich werde wohl kaum 3€ für Kaffee im Pappbecher ausgeben, wenn ich den Kaffee im Pappbecher nur ein paar Schritte weiter kostenlos bekommen kann. Und so verhält es sich auch mit den hochklassigen kostenpflichtigen Artikeln hier…

H. Müller meint:

Ich lache mich tot! Qualitätsjournalismus? Vom Hamburger Abendblatt? Das Abendblatt ist nichts anderes als eine durchschnittliche Regionalzeitung. Und dadurch hat es auch seine Berechtigung. Aber Qualitätsjournalismus sieht unabhängig von der politischen Orientierung definitiv anders aus - siehe Süddeutsche, FAZ, Frankfurter Rundschau usw. DAFÜR würde ich vielleicht sogar tatsächlich zahlen. Aber nicht für die paar interessanten Online-Artikel des Abendblatt, die meist eh nur lokale Relevanz haben. Gottseidank gibt es für überregionale Nachrichten genug andere kostenlose Informationsquellen im Internet, die auch noch besser sind (ich sage nur Spiegel-Online, Sueddeutsche.de). Und für die paar relevanten Hamburger Lokalnachrichten (und nur deshalb ist das Abendblatt interessant!) reicht es entweder auf abendblatt.de die Schlagzeilen zu lesen oder zur Mopo zu gehen. In Hamburg sagt man “Tschüss, abendblatt.de!”

Drei Euro Kaffeebecher meint:

Das wird nichts. Es gibt doch außer ein paar Geschichten über die Nachbarschaft überhaupt nichts auf abendblatt.de, was man nicht anderswo qualitativ besser aufbereitet im Netz finden würde. Erst wird die Redaktion geschrumpft, dann alles auf online getrimmt und jetzt das Ding vor die Wand gefahren. In nur knapp einem Jahr die alt eingesessene Hamburger Zeitung kaputt gemacht - als Döpfners Versuchskanninchen. Na, Glückwunsch, die Herren Chefredakteure!

Maren Bosch meint:

Unglaublich. Und heute Morgen noch schön ohne Ankündigung, einfach mit dem Euro-Zeichen neben der Überschrift. Sehr kundenorientiert. Viel Spaß noch. Ohne mich.

Sebastian Schmitt meint:

Machen wir mal den Test. Auf der Startseite sind ja bereits einige Artikel hinter der Paywall. Welcher dieser Artikel ist jetzt wohl ein Beispiel vom ominösen Qualitätsjournalismus wofür das Abendblatt so geliebt wird? Dienstwagenrichtlinie? Die Uni soll in den Hafen? Bürgermeister von Beust macht Kehrtwende? Nein! Das sind alles Berichte die keiner großartigen recherche bedürfen. Das sind Nachrichten keine Berichte. All diese Nachrichten finde ich ohen Probleme, wahrscheinlich in ähnlichem Wortlaut, auch wo anders. Also, erst Qualitätsjournalismus DANN Paywall.  Ausserdem… 8€ pro Monat? Seid ihr verrückt. Die Schwelle dafür dürfte wohl bei unter 2€ liegen und das auch nur wenn es sich wirklich um Qualität handelt. Vielleicht ist das ja mal eine Chance das Springermonopol in Hamburg aufzulösen - nur bitte nicht durch die MOPO.

Eike Läken meint:

Guten Tag,

grundsätzlich bin ich bereit für Inhalte zu zahlen. Allerdings ist es so, dass mich nur einige wenige Artikel interessieren (ca. 2-3 pro Seitenbesuch) und ich außerdem auch nicht jeden Tag die Zeit besitze die Seite Abendblatt.de zu besuchen. Daher besuche ich sie nur ca. 10 Mal pro Monat! In Betrachtung dessen, sind fast 8 Euro im Monat völlig überteuert, sodass ich diese nicht zahlen will und kann. Daher schlage ich ein Kontosystem vor. Diese könnte man im Vorhinein mit ein paar Euro füllen, um dann bei Bedarf einzelne Artikel abrufen zu können und diese mit einem Klick einzeln zu bezahlen. Ein Betrag von 10 Cent pro Artikel finde ich durchaus angemessen! Dieses verfahren wäre fair, einfach und würde eine höhere Akzeptanz bieten. Derartige Systeme werde  beispielsweise in online Music-Stores verwendet.

ein Koch meint:

wurde das Internet nicht mal geschaffen um von A nach B Informationen zu versenden? Also, freier Informationsfluß zwischen zwei Menschen, welche zusammen arbeiten?! So hatte ich das mal verstanden. Den Rest erklärt das Cluetrain Manifest. Wenn nun der freie Informationsfluß die Basis des Internets ist, dann sollte ich diese Medium NICHT nutzen, wenn ich die Informationen nicht freigeben will!!!! Nun zu behaupten, der Journalismus würde darunter leiden ist doch lächerlich. Neue Medien brauchen neue Ideen und wenn das Abendblatt dies als einzige Alternative anbietet, dann Gute Nacht. Der Journalismus muß bezahlt werden, ist klar. Aber das geht auch anders. NICHT IM NETZ! Das ist billig.  Ab sofort habe ich auch eine neue Startseite. Für das Familiendrama von Harrislee soll ich zahlen?? Also bitte;-((

Good bye, Abendblatt!!

Niveau ist keine Creme meint:

wenn z.b. artikel wie “steffen hensslers neue….” neuerdings zum angeblich bezahlungswürdigen “qualitätsjournalismus” des HA zählen, sollte sich der verlag lieber ernsthaft gedanken über das grundsätzliche niveau des blattes machen. in heutigen zeiten zählt neben dem preis vor allem angemessene leistung. und dieses verhältnis ist in diesen beiträgen wahrlich nicht gegeben. eigentor für das HA..die klick-zahlen werden in den keller gehen..nichts ist so flexibel, wie das www.

Wenig v.d. Idee überzeugt meint:

Grundsätzlich sind neue Ansätze natürlich nicht grundsätzlich verkehrt. Aber für die Mehrkosten muss auch ein Mehrwert erbracht werden. Mit dem ganz großen “Sicherung-durchgeknallt-denn-wir-machen-Qualitätsjournalismus”-Hammer auch auf ehemalige User einzuschlagen ist sicherlich etwas unangemessen, wenn die Unterrubriken des Web-Ressorts “Politik” ”Deutschland”, “Ausland” und “Schweinegrippe” heißen. Das sind eventuell auch die eigenen Sicherungen hinsichtlich SEO, User-Lenkungen und Skandal-Themen etwas heißgelaufen. Ich verabschiede mich damit dann ebenfalls von diesem Angebot, abgeschriebene Poliz.